Wetter-Bilanz
Der Juli war so nass wie selten

Münster -

Der Juli war in Münster so nass wie selten. Knapp 120 Liter Niederschlag fielen im vergangenen Monat pro Quadratmeter – damit wurde das langjährige Soll um 64 Prozent übertroffen.

Mittwoch, 02.08.2017, 08:08 Uhr

Im Juli fiel in Münster reichlich Regen.
Im Juli fiel in Münster reichlich Regen. Foto: Oliver Werner

Seit 1990 war es im Juli nur zwei Mal nasser. 1993 fielen knapp 130 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, 2000 genau 142 Liter. Erstaunlich: Selbst im Juli 2014, als der „Jahrhundertregen“ auf die Stadt niederprasselte, registrierten die Meteorologen für das gesamte Stadtgebiet nur einen Durchschnittsniederschlag von 119,1 Litern pro Quadratmeter. Punktuell waren damals allerdings im Norden der Stadt an einem einzigen Tag annähernd 300 Liter zusammengekommen.

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Annähernd erfüllt wurde im Juli 2017 das Temperatur-Soll. Mit 18,5 Grad lag es sogar um 0,1 Grad über der Durchschnittstemperatur. Seit 2000 war der Juli elf Mal wärmer als im langjährigen Mittel und sieben Mal zu kühl.

Die Sonne schien im Juli 2017 etwas weniger als sonst – es gab 187,5 Stunden blauen Himmel, ein paar Stunden weniger als in einem normalen Durchschnitts-Juli. Die schönsten Juli-Monate erlebte Münster seit 1990 in den Jahren 1994, 1995, 2006 und 2010. Seitdem müssen die Münsteraner mit durchschnittlichen Juli-Monaten leben.

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So sollten Sie sich bei Unwettern verhalten

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    Wie weit ist ein Gewitter weg? Darf ich währenddessen telefonieren? Und unter welchen Bäumen bin ich sicher? Wenn es blitzt und donnert, sind sich viele unsicher, wie sie sich richtig verhalten.

    Man kennt das und man weiß eigentlich, wie man mit Gewittern , Blitz und Starkregen umgeht - denken viele. Dabei sind so einigen Mythen unterwegs.

    Foto: colourbox.de
  • Findet man Schutz unter Buchen?

    Auf keinen Fall! Zwar besagt ein Sprichwort: Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen. Aber grundsätzlich macht es keinen Unterschied, unter welchem Baum man steht. Man ist bei Gewittern hier immer in Gefahr, vom Blitz getroffen zu werden, erklärt die Landesforstanstalt  ThüringenForst  . Aber das Sprichwort kommt nicht von ungefähr. Blitzeinschlag ist an einigen Baumarten stärker zu erkennen als an anderen. Besonders gut etwa an Eichen, deren dicke und oft mit Moos bedeckte Borke Wasser wie ein Schwamm aufnimmt. Das leitet den Blitz im Rindenkörper ab. An glatten Rinden läuft das Wasser gut ab und damit wird der Blitz in den Boden geleitet.

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  • Kann man die Entfernung eines Gewitters abschätzen?

     

    Zählt man die Sekunden zwischen Blitzeinschlag und Donnerhall und teilt das Ergebnis durch drei, ergibt das die Entfernung in Kilometern, erklärt der  Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE)  . Allerdings darf man die Distanz nicht unterschätzen: Liegen zwischen Blitz und Donner zehn Sekunden und weniger, besteht Lebensgefahr.

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  • Soll man sich bei Gefahr im freien Feld auf den Boden legen?

    Zwar sollte man sich einen möglichst niedrigen Punkt im Gelände suchen, also etwa eine Mulde - und sich dort auch klein machen. Denn hohe Punkte ziehen Blitze an. Aber dort geht man am besten in die Hocke, stellt die Füße eng nebeneinander und legt die Arme um die Knie. Auf keinen Fall sollte man sich hinlegen, betont der VDE. Denn gefährlich sind nicht nur direkt einschlagende Blitze, sondern der Boden leitet auch die Energie von Blitzen aus der Umgebung. Die Berührungsfläche mit dem Boden muss man so klein wie möglich halten.

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  • Darf man bei Gewitter im Haus nicht telefonieren?

    Zwar sollte man am besten alle elektrischen Geräte vom Strom nehmen oder einen Überspannungsschutz verwenden - das betrifft also auch Festnetztelefone. Aber: Handys und schnurlose Telefone lassen sich gefahrlos benutzen, erklärt der VDE.

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  • Kann Regen nicht nur das Haus von außen fluten, sondern sich auch durch die Abflüsse drücken?

    Eine Nebenwirkung von Unwettern sind oft Überschwemmungen durch Starkregen. Und dieser läuft in der Tat nicht nur über Kellerabgänge, durch Fenster und Türen ins Haus. Oft kann die Straßenkanalisation so viel Regen nicht schnell aufnehmen, und dann drückt das Wasser durch die Abflüsse ins Haus. Eine Rückstauklappe verschließt bei solchem Druck von unten die Rohre. Für Regenwasser reicht eine normale Klappe, erklärt die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz. Sie öffnet und schließt sich allein durch den Wasserdruck. Für Schmutzwasser mit Fäkalien ist eine motorbetriebene Klappe sinnvoll, sie schließt im Ernstfall absolut dicht. Wichtig ist aber nicht nur ihre Installation, bei Gewitterwarnung sollte man ihre Funktion überprüfen.

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  • Schutz vor Gewitter: Ist das Auto sicher? 

    Autofahrer sind bei Gewittern auch dann geschützt, wenn ein Blitz direkt ins Auto einschlägt. Das Fahrzeug wirkt wie ein Faradayscher Käfig und die Entladung, die bis zu einigen hundert Millionen Volt erreichen kann, fließt über die Gitterstruktur des Blechgehäuses in den Boden. Doch wie sieht es mit Wohnwagen und Wohnmobilen aus? Der ADAC klärt auf.

    Wohnmobile aus Kunststoff bieten keinen Schutz vor Blitzen

    Vorsicht ist allerdings bei Wohnwagen und Wohnmobilen geboten, die aus reinem Kunststoff bestehen, wie etwa Wohnmobile in GFK-Bauweise. Sie bieten keinen Schutz bei Blitzeinschlag. Eine Aluminium-Außenhaut oder eine Kunststoff-Beplankung auf einem Metall-Gerippe wirken bei Wohnmobilen jedoch ebenfalls wie ein "Faradayscher Käfig".

    Wohnwagen oder Wohnmobil bei Gewitter sichern

    Bahnt sich ein Gewitter an, sollten Camper offene Fenster, Türen und Klappdächer schließen und die Bettnische meiden. Geschirr spülen oder duschen ist tabu. Das 230-V-Kabel, außen am Wagen angebracht, sollte wegen der Überspannungsgefahr abgezogen werden. Camper sollten zudem keine metallischen Teile der Einrichtung anfassen und mit dem Kopf nicht in den Bereich des Dachs kommen.

    Fahrerkabine im Wohnmobil bei Gewitter sicherster Ort

    Einen sicheren Aufenthaltsort bietet in jedem Fall die Fahrerkabine. Trotz der Sicherheit sollten Autofahrer bei einem Gewitter keinen erhöhten Parkplatz aufsuchen, die Fenster sowie das Schiebedach schließen und alle Antennen (soweit möglich) einziehen. Im Innenraum sollten Metallteile, die mit der Karosserie in Verbindung stehen, nicht berührt werden.

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  • Autofahren während eines Unwetters: Was muss ich beachten?

    Tempo reduzieren: Bei Starkregen sofort abbremsen. Auf der Autobahn fährt man mit Warnblinkanlage weiter und orientiert sich dabei am Standstreifen. Aber niemals sollten Autofahrer jetzt dort stehenbleiben. Am besten steuert man die nächste Ausfahrt an.

    Schwimmen vermeiden: Bei Regen droht Aquaplaning. Dabei schwimmt das Auto auf einem Wasserfilm auf, da die Reifen zeitweise den Kontakt zur Fahrbahn verlieren. Mit ABS sollte man nicht zu zaghaft bremsen und erst lenken, wenn die Reifen wieder Kontakt haben. Ansonsten lassen sich die Lenkbewegungen auf dem Wasser erst gar nicht übertragen. Aber bekommen dann die Reifen mit eingeschlagener Lenkung Grip, könnte das Auto abrupt die Richtung ändern.

    Profiltiefe checken:Das Reifenprofil spielt beim Aquaplaning eine wichtige Rolle. Ein neues Profil mit sieben Millimetern und mehr leitet noch bei etwa 80 km/h Wasser ab. Mit der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesttiefe von 1,6 Millimetern kann das Auto schon bei 50 km/h aufschwimmen. Experten raten ab drei bis vier Millimetern Profiltiefe zum Reifenwechsel.

    Unterführungen meiden: Voll gelaufene Unterführungen bei Hochwasser oder nach Starkregen sollte man meiden. Beim Durchfahren könnte Wasser in den Motor eindringen und schwere Schäden anrichten.

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