Kunst ohne Kopf Angriff auf Eisenman-Skulptur erregt international Aufsehen

Münster -

Die Enthauptung einer Figur aus Nicole Eisenmans Skulptur-Projekte-Beitrag „Sketch for a fountain“ sorgt international für Aufsehen.

Von Martin Kalitschke
Kopflo s ist seit Donnerstag eine der Skulpturen am Brunnen von Nicole Eisenman an der Kreuzschanze. Der fehlende Kopf wird vorerst nicht ersetzt. Die Stelle, an der er abgeschlagen wurde, ist mit Gips überarbeitet worden.
Kopflo s ist seit Donnerstag eine der Skulpturen am Brunnen von Nicole Eisenman an der Kreuzschanze. Der fehlende Kopf wird vorerst nicht ersetzt. Die Stelle, an der er abgeschlagen wurde, ist mit Gips überarbeitet worden. Foto: kal

„Vandalen zerstören Nicole Eisenmans gefeiertes Kunstwerk“, lautete am Freitag die Schlagzeile beim New Yorker Onlineportal Artnet. Auch die ebenfalls in New York erscheinende renommierte Kunstzeitschrift „Artforum“ berichtete über die „Attacke auf Eisenmans Kunstwerk“.

Am Donnerstag verhüllte zunächst eine Plane die beschädigte Skulptur. Seit Freitag ist sie wieder zu besichtigen. Der Anblick ist trostlos: Der Kopf ist verschwunden – und seit der Attacke auch nicht aufgetaucht –, die Stelle, von der er abgeschlagen wurde, ist mit Gips geglättet worden. Wasser sprudelt vorerst nicht mehr aus den Beinen der Figur.

Wie berichtet, hatte sich die New Yorker Künstlerin ausdrücklich dagegen ausgesprochen, einen neuen Kopf nach Deutschland zu schicken. „Schockiert“ sei Nicole Eisenman gewesen, als sie telefonisch von der Beschädigung erfuhr, berichtet Skulptur-Projekte-Sprecherin Jana Duda . „Schließlich ist es ein harter Eingriff, wenn einer menschlichen Figur ein Kopf abgeschlagen wird.“

Von Kopf und Tätern fehlt nach wie vor jede Spur. Warum die Figur beschädigt wurde, sei bislang unklar. „Wir gehen allerdings erstmal von Vandalismus aus“, betont Duda. An weiteren Spekulationen wolle sie sich nicht beteiligen.

In den ersten Wochen war das Kunstwerk nachts mit einer Plane bedeckt worden. Dadurch verlangsamte sich allerdings die – von Eisenman beabsichtigte – Verwitterung der Gips-Figuren. Die Verantwortlichen entschieden daraufhin, ab sofort auch nachts auf Planen zu verzichten – im Einvernehmen mit der Künstlerin, wie Duda betont. „Sie wollte die Skulptur nur ungern außerhalb der Öffnungszeiten abdecken, da dies der Idee von Kunst im öffentlichen Raum widerspricht.“ Auch nach der Attacke sollen die Planen nicht zurückkehren, betont die Pressesprecherin. Eine Plane schütze nicht vor Vandalismus, ist Duda überzeugt. „Wer zerstören will, der tut es auch.“

Und das ist ein Risiko, mit dem jedes Kunstwerk leben muss, das sich ungeschützt im Freien befindet. Einen Schutz vor Vandalismus gibt es für solche Kunstwerke nicht. „Wenn es passiert, dann muss man damit umgehen“, sagt Duda.

Die Attacke auf den Eisenman-Brunnen ist nicht die erste während der laufenden Skulptur-Projekte . Im vergangenen Monat war ein LED-Bild aus der Installation des japanischen Künstlers Ei Arakawa bei Haus Kump zwar nicht zerstört, aber immerhin gestohlen worden. Von ihm fehlt weiter jede Spur.

  

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