Kleine Bahnhofsstraße Reaktionen von Stadt und Polizei: „Kurzfristige Verlagerung der Szene nicht absehbar“

Münster -

Die Stadt und die Polizei weisen den Vorwurf der Anlieger zurück, nicht genug an der Kleinen Bahnhofstraße zu tun. Man sei täglich vor Ort, werde tätig, sobald dies notwendig ist, versichern die Behörden.

Von Martin Kalitschke
Rund um die Uhr halten sich an der Kleinen Bahnhofstraße Personen im Freien auf.
Rund um die Uhr halten sich an der Kleinen Bahnhofstraße Personen im Freien auf. Foto: kal

Stadt und Polizei haben am Dienstag den Vorwurf der Anlieger, nicht genug gegen die Auswüchse an der Kleinen Bahnhofstraße zu unternehmen, zurückgewiesen.

„Zwei Bezirksbeamte der Polizei stehen im ständigen Austausch mit den Anwohnern“, so ein Polizeisprecher. Die Behörde gehe jedem Hinweis oder gemeldeten Ereignis nach. Bei den Ermittlungen zur Rauschgiftkriminalität stünden die Dealer, nicht die Konsumenten, im Mittelpunkt. Die Verfahren seien allerdings aufwendig und erforderten zeitintensive Ermittlungen, die nicht immer von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und wahrgenommen werden sollen.

Zwischen Ende Juni und Mitte Juli konnten fünf Ermittlungsverfahren wegen erwerbsmäßigen Rauschgifthandels abgeschlossen werden. Drei Männer zwischen 27 und 43 sowie eine 48-jährige Frau aus Deutschland, Marokko, Litauen und Russland sitzen in Untersuchungshaft. Die Polizei zeigt sich überzeugt, dass ihre Maßnahmen sowie anstehende Bauprojekte einen positiven Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Bewohner haben werden.

Die Stadt betont, dass ihr Service- und Ordnungsdienst täglich vor Ort sei und bei Müll oder Lärm tätig werde. Zeitweise sei aber nur ein Team im Dienst, das die gesamte Stadt abdecken müsse. Obdachlosigkeit und ihre Folgen gehörten zum Stadtbild einer wachsenden Großstadt, unterstreicht die Stadt. Eine kurzfristige Verlagerung der Szene am Bahnhof sei nicht absehbar. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Stadt bewerten beide Seiten als gut.

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Die Westfalen AG , der das Tankstellen-Grundstück gehört, betonte am Dienstag, dass sie den geöffneten Bauzaun wieder herrichten und künftig stärker im Boden verankern werde. Zudem soll das Gelände, auf dem sich die Szene regelmäßig aufhält, künftig einmal pro Woche von Müll gereinigt werden.

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