Dreiste Zechbetrüger in Restaurant
Duo schlemmt für 465 Euro und flüchtet

Münster -

Zwei dreiste Gäste haben am Sonntagabend in einem Restaurant an der Straße „Zur Haskenau“ die Zeche geprellt. Sie hatten zuvor für 465 Euro geschlemmt.

Montag, 17.07.2017, 12:07 Uhr

 
  Foto: dpa

Die beiden Zechbetrüger setzten sich gegen 18.30 Uhr an einen Tisch auf der Terrasse des Restaurants und bestellten mehrere Gerichte und Getränke, berichtet die Polizei. Gegen 20.15 Uhr verließen die Täter die Gaststätte dann durch den Hinterhof.

Die Täter

Der erste Täter ist 50 bis 55 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und korpulent. Er spricht Deutsch, hat grau-melierte, kurze Haare, ein gepflegtes Äußeres und trug ein bunt-kariertes Hemd. Der zweite Täter ist ebenfalls 50 bis 55 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß und korpulent. Er spricht Deutsch, hat dunkle, glatte Haare und ein gepflegtes Äußeres. Er trug einen dunkelblauen Pullover.

Hinweise

Hinweise zu der Tat nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0251/275-0 entgegen.

...
Mehr zum Thema

Betrugsfälle im Gastgewerbe: Zechpreller in Lotte unterwegs

...

 

Diese Regeln gelten im Restaurant

1/11
  • COLOURBOX1779378

    Wenn ich trotz Reservierung nicht komme, kann der Wirt Regress fordern?

    Wer in einem Restaurant einen Tisch reserviert, sollte zum vereinbarten Zeitpunkt erscheinen. Kommt er nicht, kann der Wirt rein juristisch gesehen trotzdem eine Rechnung schreiben. Denn eine Tischreservierung ist ein Vertrag mit einer schriftlichen oder mündlichen Vereinbarung. Sofern ein konkretes Menü bereits bestellt war, kann der Gas­tronom den Preis für das Menü abzüglich ersparter Aufwendungen in Rechnung stellen, da es in diesem Fall um einen sogenannten Erfüllungsschaden geht. Wenn kein konkretes Menü vorbestellt wurde, kann der Wirt Schadensersatz geltend machen. Berechnungsgrundlage wäre dann der „durchschnittliche Verzehr“. In den letzten Jahren haben die Fälle, in denen reserviert, aber nicht abgesagt wurde, deutlich zugenommen. Manche Gäste reservieren mehrfach, um sich dann erst am Abend zu entscheiden. Das führt häufig zu Verdruss bei den Gastronomen. Deshalb gilt besonders hier die Bitte an alle Gäste, eine Reservierung rechtzeitig abzusagen.

    Foto: Colourbox
  • Wann darf ein Wirt Hausverbot erteilen?

    Aggressive, gewaltbereite, randalierende oder alkoholisierte Gäste muss der Gastwirt nicht in seinen Betrieb lassen und darf ihnen Hausverbot erteilen. Schlechtes Benehmen lässt sich nicht mit dem Sicherheitsbedürfnis und dem Wohlbefinden aller Gäste vereinbaren. Wichtig ist, dass diese Normen für alle gelten. Das Gesetz verbietet Diskriminierung. Das heißt, Aspekte wie Herkunft, Geschlecht, Religion oder Behinderung dürfen nicht der Grund sein.

    Foto: Colourbox
  • Muss ich spülen, wenn ich nicht zahlen kann?

    Eine Leistung muss bezahlt werden. Wenn man nicht genug Geld dabei oder das Portemonnaie verloren hat, besteht die Möglichkeit, seine Daten zu hinterlassen und mit dem Gastwirt zu vereinbaren, dass man später bezahlt. Wenn der Gast entgegen dieser Absprache nicht auftaucht, kann der Wirt eine Rechnung schicken und diese auch gerichtlich geltend machen. Aber zu „Zwangsarbeit“ kann ein Gast nicht verpflichtet werden. Das ist eine falsche, wenn auch weit verbreitete Mär.

    Foto: Colourbox
  • Trotz Reservierung keinen Platz?

    Natürlich kann es trotz Tischreservierung zu kurzen Wartezeiten kommen, bis der reservierte Tisch eventuell neu eingedeckt ist. Eine Wartezeit von 15 bis 30 Minuten ist dabei von den Gästen als hinnehmbar zu bewerten. Sollte kein Tisch in dieser Zeit frei werden, besteht gegebenenfalls ein Schadensersatzanspruch der Gäste gegenüber dem Gastwirt, wobei die Berechnung des Schadens sicherlich schwierig ist. Der entstandene Schaden müsste von den Gästen konkret nachgewiesen werden.  Für immaterielle Schäden sieht das Gesetz keine Ansprüche vor.

    Foto: Colourbox
  • "Für Garderobe übernehmen wir keine Haftung" - richtig?

    Der Wirt haftet für die Garderobe seiner Gäste nur dann, wenn ihm oder seinen Mitarbeitern schuldhaftes Handeln zugerechnet werden kann. Das Hinweisschild „Für Garderobe wird nicht gehaftet“ weist auf die Rechtslage hin. Der Gast ist aufgefordert, auf seine Garderobe selbst zu achten. Dies gilt nicht, wenn der Wirt den Gast zwingt, die Garderobe an einem nicht einsehbaren Ort abzulegen. Auch wenn eine bewachte Garderobe eingerichtet ist, muss der Wirt oder der Pächter der Garderobe für den Verlust einstehen.

    Foto: Colourbox
  • Darf ich die Toilette benutzen, auch wenn ich kein Gast bin?

    Gaststätten müssen für ihre Gäste ein WC bereithalten – aber keine öffentlichen Toiletten. Der Inhaber des Betriebes kann entscheiden, wer den Betrieb als Gast aufsuchen darf. Es liegt also in der Entscheidung des Inhabers des Betriebes, ob er Passanten die Benutzung seiner Toiletten gewährt oder nicht. Einen Rechtsanspruch hierauf gibt es nicht. In manchen Städten haben sich die Gastronomen/Wirte dem Projekt „Nette Toilette“ angeschlossen. Hier „öffnen“ gas­tronomische Betriebe ihre Toiletten auch für Nicht-Gäste (www.die-nette-toilette.de/gute-gruende-fuer-die-nette-toilette.html). Insbesondere von Innenstadtbetrieben wird zwischenzeitlich für die Benutzung der Toilette von „Nicht-Gästen“ ein Obolus verlangt. Einen generellen Rechtsanspruch auf die Toilettenbenutzung gibt es also nicht. In Ausnahmefällen könnte es sich aber auch um eine Form der „Unterlassenen Hilfeleistung“ handeln. Dafür müssen allerdings mehr Voraussetzungen vorliegen als bloßer Druck auf der Blase.

    Foto: Colourbox
  • Wie lange muss ich auf mein Essen warten?

    Eine Wartezeit von 30 Minuten wird man hinnehmen müssen. Aber auch das ist abhängig vom Gastronomiekonzept. Eine Gaststätte, die im Mittagsgeschäft damit wirbt, die Bestellung in zehn Minuten zu servieren, wird anders behandelt werden müssen als ein Fine-Dining-Restaurant. Kommt das Essen erheblich später auf den Tisch, kann man den Preis herabsetzen. Anderes gilt jedoch im Falle von größeren Gesellschaften, hier kann unter Umständen eine Wartezeit von bis zu eineinhalb Stunden hinnehmbar sein. 

    Foto: Colourbox
  • Habe ich ein Recht auf eingepackte Reste?

    Ein Recht darauf, nicht aufgegessenes Essen mit nach Hause zu nehmen, besteht in Deutschland nicht. In vielen Betrieben ist ein solcher Service aber gängige Praxis – insbesondere auch mit Blick auf die Wertschätzung von Lebensmitteln (Stichwort: Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung). Heutzutage gibt es gute Lösungen, um die Mitnahme von nicht aufgegessenen Speisen zu erleichtern. Der DEHOGA informiert seine Unternehmer zum Beispiel über die „Beste-Reste-Box“, siehe www.zugutfuerdietonne.de/neuigkeiten/schon-gewusst/artikel/beste-reste-box-setzt-sich-durch. Bei all den Mitnahme-Angeboten zu beachten sind Fragen der Lebensmittelsicherheit und des Gesundheitsschutzes. Manche Gastronomen lassen sich deshalb die Mitnahme quittieren – aus Sicherheit. Ab dem Zeitpunkt der Übergabe haftet er dann nämlich nicht mehr.

    Foto: dpa
  • Dürfen Erwachsene einen Kinderteller bestellen?

    Der Gast darf natürlich bestellen, was ihm beliebt. Der Gastwirt ist aber nicht verpflichtet, allen Wünschen nachzukommen. Die Speisekarte selbst ist lediglich die Einladung zur Unterbreitung eines Angebots durch den Gast. Über die Annahme kann der Gastwirt frei entscheiden. Es kann also auch vorkommen, dass der Gastwirt erst im Nachhinein darauf hinweist, dass ein bestimmtes Gericht „aus“ ist. Ebenso verhält es sich mit Sonderwünschen. Einen Rechtsanspruch hat der Gast nicht, weder der erwachsene Gast, der ein Kinderschnitzel bestellt, noch derjenige, der sich das bestellte Schnitzel ohne Aufpreis mit seiner Begleitung teilen möchte. Dies ist Ausfluss der Vertragsfreiheit. Ein Aufpreis kann z.B. dadurch gerechtfertigt sein, dass mehr Geschirr aufgewendet werden muss für zwei Personen, die sich ein Gericht teilen. Es ist dem Gastwirt also vollkommen unbenommen, die Konditionen selbst festzulegen. Im Grunde handelt es sich dabei um Vertragsverhandlungen.

    Foto: Colourbox
  • Bis wann darf ich das Essen beanstanden?

    Ein nahezu verzehrtes Steak geschmacklich zu beanstanden, ist wenig glaubwürdig und berechtigt nicht zur Minderung. Die sofortige Reklamation ist notwendig. Hintergrund: Streng juristisch ist immer ein Produkt „mittlerer Art und Güte“ geschuldet. Was mittlerer Art und Güte ist, bemisst sich regelmäßig nach der Verkehrsauffassung, also nach dem üblicherweise zu Erwartenden. Hier sind regionale Besonderheiten und die Unterschiedlichkeit der Betriebe zu beachten. Bei einer Reklamation muss der Wirt zunächst den Mangel beheben oder das Essen gegen ein einwandfreies Gericht umtauschen. Der Gast hat den Anspruch auf fehlerfreie Nachlieferung. Bei Speisen mit Fehlern (Haar in der Suppe oder Schnecke im Salat) wäre juristisch auch eine Preisminderung möglich. In der Regel aber wird dem Gast ein neues Gericht gebracht. Wird etwas serviert, was nicht bestellt wurde, kann der Gast entscheiden, ob er das nicht bestellte Essen akzeptiert. Wenn das Essen oder das Getränk nicht den Angaben in der Karte oder der Empfehlung des Kellners entsprechen, darf man das Bestellte zurückgehen lassen und etwas anderes verlangen. Schmeckt einem das gewünschte Essen und Getränk nicht – ohne, dass es dafür einen objektiven Grund gibt (zum Beispiel „versalzenes“ Essen) – ist das kein Grund zur Reklamation. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

    Foto: dpa
  • Der Letzte zahlt die Zeche?

    Ein weit verbreiteter Irrtum. Genau genommen muss jeder Gast nur das bezahlen, was er auch bestellt hat, unabhängig davon, ob er alleine am Tisch sitzt oder in einer Gruppe. Anders verhält es sich, wenn beispielsweise ein Gast für alle bestellt oder sich ein Gast ohne Widerspruch Striche auf seinen Bierdeckel auch für Getränke notieren lässt, die er nicht selbst trinkt. In diesem Zusammenhang interessant: Wenn der Wirt nach mehrmaliger Aufforderung nicht innerhalb von 30 bis 45 Minuten die Rechnung bringt, kann der Gast – so die einschlägigen Gerichtsentscheidungen – das Lokal verlassen. Allerdings muss er seinen Namen und Anschrift für eine Zusendung der Rechnung hinterlassen, um nicht eine Anzeige wegen Zechprellerei zu riskieren. Der Gast sollte sich an die Thekenkraft oder an den Gastwirt direkt wenden

    Foto: dpa

 

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5015966?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Zu viel Nitrat: sehr hohe Belastung im Münsterland
EuGH verurteilt Deutschland: Zu viel Nitrat: sehr hohe Belastung im Münsterland
Nachrichten-Ticker