„Jede Stimme zählt“ Ihre Stimmen zählen bei der Wahl

Münster -

Im Paul-Gerhardt-Haus der Evangelischen Familienbildungsstätte (Fabi) hatten Menschen mit geistiger Behinderung das Wort. Sie konnten Bundestagskandidaten Fragen stellen und ihre Nöte schildern.

Von Maria Meik
Eva Beeres-Fischer (v.r.) begrüßte die Vertreter der Parteien: Maria Klein-Schmeink, Robert von Olberg, Jörg Berens, Oliver Niedostadek, Hubertus Zdebel, Sybille Benning und Marc Henrichmann.  
Eva Beeres-Fischer (v.r.) begrüßte die Vertreter der Parteien: Maria Klein-Schmeink, Robert von Olberg, Jörg Berens, Oliver Niedostadek, Hubertus Zdebel, Sybille Benning und Marc Henrichmann.  

Für Maria Klein-Schmeink ist es „das schönste und berührendste Erlebnis“ im Wahlkampf. Die Bundestagsabgeordnete (Bündnis 90 / Die Grünen) war bereits zum dritten Mal vor einer Wahl im Paul-Gerhardt-Haus, um ganz Ohr zu sein für die Anliegen und Sorgen von Menschen mit geistiger Behinderung.

„Meine Stimme zählt – Menschen mit geistiger Behinderung im Gespräch mit den Bundestagskandidaten“ lautete das Thema am Freitagnachmittag in der Familienbildungsstätte (Fabi). Diplom-Pädagogin Jeanette Thier kümmert sich seit 20 Jahren in ihrem Fachbereich um die Weiterbildung von Menschen mit Einschränkung – das Ganze in leichter Sprache und unterstützt.

Gemeinsam mit Eva Beeres-Fischer (Evangelische Jugendbildungsstätte Nordwalde) hatte Thier die Informations-Veranstaltung organisiert, bei der Bundestagskandidaten in kleineren Gruppen Rede und Antwort standen und sich Anregungen notierten. Über 60 Interessierte, die in Werkstätten in Münster und Umgebung tätig sind, folgten der Einladung zu dem Austausch vor der Bundestagswahl , die am 24. September stattfindet.

Die Gespräche auf Augenhöhe mit den Politikern waren sehr offen, vertrauensvoll aber auch kritisch. „Wir verdienen so wenig Geld. Vom Amt zu leben, ist auch nicht schön. Wir fordern mehr Wohnungen für uns in Münster, die wir bezahlen können. Und wir brauchen Hilfe bei der Wohnungssuche.“ Oder: „Die Krankenkassen verdienen so viel, warum müssen wir für Stützstrümpfe zahlen?“ Das waren nur einige der zahlreichen Fragen und Sorgen.

Ein Teilnehmer machte Robert von Olberg, SPD-Kandidat bei der Bundestagswahl, deutlich, dass es aus seiner Sicht eine unfaire Behandlung im Zuge der Wohnungssuche gebe und an psychisch Kranke häufig nicht vermietet werde. Vielleicht könne die Politik diesen Zustand regeln? Auf die Frage, was von Olberg denn in Berlin für die Menschen mit Behinderungen machen werde, antwortete er: „Sie politisch ernst nehmen, weil sie ein wichtiger Teil von Deutschland sind.“

Jörg Berens (FDP), freute sich, Inklusion nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch kennenzulernen. Bundestagsabgeordneter Hubertus Zdebel (Die Linke) erntete für sein Statement zum Atomausstieg Applaus. Sybille Benning (CDU) betonte: „Dies ist eine Superveranstaltung, und ich bin gerne gekommen.“

Mit dabei waren auch Marc Henrichmann (CDU, Havixbeck) und Oliver Niedostadek (FDP, Kreis Warendorf).

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