Abschluss des "Neuen Wände" Festivals Alle zehn Minuten eine andere Künstlergruppe

Münster -

Es begann mit swingiger Big-Band-Musik und endete mit Rock’n’Roll-Tanz, bei dem die Männer ihre Tanzpartnerinnen in die Luft warfen. Beim „Tapetenwechsel“ zeigten die Künstler des Festivals „Neue Wände“ noch einmal eindrucksvoll ihr Können.

Von Sebastian Stachorra
Tänzerinnen des Hochschulsports stellten in ihrem Auftritt den Tagesablauf einer Studentin nach.
Tänzerinnen des Hochschulsports stellten in ihrem Auftritt den Tagesablauf einer Studentin nach. Foto: Sebastian Stachorra

Es war noch kein Wort gesprochen worden, da betrat die Big Band I der Uni Münster unter Leitung von Ansgar Elsner die Bühne im Großen Haus des Stadttheaters. Der „ Tapetenwechsel “ am Sonntagabend war ausverkauft. Mehr als 800 Menschen im Publikum spendeten schon mal Applaus – und wurden anschließend nicht enttäuscht. Die Musiker swingten und zeigten anspruchsvolle Soli.

Auch wenn man manchem Künstler an diesem Abend die Nervosität noch leicht anmerkte, ging alles glatt über die Bühne. Das künstlerische Niveau der Abschlussveranstaltung des „Neue-Wände“-Festivals war durchweg hoch.

Tanz, Klavier, Kabarett, Live-Hörspiel

Das Tanzensemble der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde ( KSHG ) zeigte eine Choreografie zu den Klängen eines beherzten Gitarrenspielers, der nicht nur die Saiten zupfte, sondern auch auf dem Instrument klopfte und dazu sang. Leon Jaekel coverte Songs des Klavierkabarettisten Bodo Wartke und imitierte dessen Stimme dabei auch in den Ansagen so echt, dass der Unterschied mit geschlossenen Augen fast nicht mehr auffiel. Die English Drama Group spielte ein Live-Hörspiel über Robin Hood – Gesang, Soundeffekte und Witze inklusive.

Die Zeit zwischen den Auftritten überbrückten der Moderator Thomas Philipzen und die Jongleure des Hochschulsports. Mal verkleidet als Bauarbeiter, dann als Service-Personal der Deutschen Bahn warfen sie sich Keulen, Baustellenhütchen und Cocktailzutaten zu.

Die Hochschulsport-Tänzerinnen ernten kräftigen Applaus

An diesem Abend hatte jede Gruppe nur zehn Minuten Zeit. Das sorgte für einen kurzweiligen Abend und machte es schwierig, Highlights zu benennen. Der Applaus nach dem Auftritt der Hochschulsport-Tänzerinnen war aber besonders laut.

Ihr Auftritt zeigte einen Tag im Leben einer münsterischen Studentin: vom Hörsaal am Morgen bis zur Party in der Nacht. Dazu zeigten sie gut ausgestaltete Choreografien in unterschiedlichen Tanzstilen und mit schnellen Kostümwechseln.

Game of Thrones Titelmelodie sorgt für Gänsehaut

Auch Piano Reloaded begeisterte das Publikum. Die Münsteraner Daniel Paterok und Peter Asmuth spielten bekannte Melodien auf zwei Klavieren. Den Titelsong der populären Fernsehserie „Game of Thrones“ erkannten aber nicht alle auf Anhieb. Hier und da fragte der eine oder andere Ältere im Publikum die jüngeren Sitznachbarn. Wer die Melodie hingegen erkannte, bekam eine leichte Gänsehaut.

„Das Festival funktioniert nach dem Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung“, erklärte Klaus Baumeister, Initiator des studentischen Kulturmarathons. „Wir sagen den Studierenden: Wir glauben, dass ihr es schafft, drei Tage lang das Theater zu rocken. Und dann machen sie das.“ Nach drei Stunden Programm auf der Bühne liefen die Namen aller Beteiligten noch einmal über die Leinwand. Mehr als 600 Künstler haben das Festival an diesem Wochenende gestaltet. Beim Tapetenwechsel haben sie den Erfolg der „Neuen Wände“ noch einmal eindrucksvoll unterstrichen.

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