Deutschlands größtes Festival der Hochschulkultur Neue Wände – ein voller Erfolg

Münster -

630 Akteure, Tausende von Besuchern. Die Neuen Wände mit studentischer Kultur waren am Wochenende ein Hit.

Von Günter Benning
Hinten der Hörsaal, vorne die fetzigen Tänzerinnen der Jazz- und Hip-Hop-Tanzgruppen am HSP. Auf der großen Bühne ist für alle Platz.
Hinten der Hörsaal, vorne die fetzigen Tänzerinnen der Jazz- und Hip-Hop-Tanzgruppen am HSP. Auf der großen Bühne ist für alle Platz. Foto: Günter Benning

Jürgen Holzmann ist der Mann im Dunkel. Dutzende kleiner Regler liegen vor ihm, auf Bildschirmen zuckt es, wenn im Großen Saal des Theaters Münster jemand hustet. „Einfacher“, sagt der Tonmeister, „ist es, wenn alles genau geplant ist. Aber das hier ist spannend.“

Drei Tage „Neue Wände“ im Kulturtempel der Stadt. 630 studentische Akteure zeigen, dass Studieren und Kreativität sich nicht ausschließen. Das Publikum ist begeistert, wie am Sonntagmittag. zur besten High-Noon-Zeit ist das große Haus bis auf den letzten Platz gefüllt. 200 Musiker, Sänger und Orchester, donnern Carl Orffs Carmina Burana – ein Stück für Gänsehäute.

„Ihr stellt den Beton und die Bühne, wir stellen das Inventar“, hatte Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels beim Eröffnungsevent am Samstagnachmittag Oberbürgermeister Markus Lewe zugerufen. Der wiederum sparte nicht mit Lob. „Das wird ein Kracher“, sagte er, „eine schräge Welt, eine spannende Welt, einfach studentische Hochkultur.“

Diese Hochkultur spazierte ziemlich selbstbewusst auf die große Bühne. Vor den Projektionen großer Hörsäle und des Prinzipalmarktes brachten Tanzensembles des Hochschulsports den Saal zum Kochen. Die Indie-Folk-Gruppe KOA versetzte in die irritierte Befindlichkeit der neuen Generation.

Draußen vor der Tür sorgte das „Neue Wände-Team“ dafür, dass jeder dort ankam, wo er auftreten sollte. „Das sind hier Katakomben“, sagte Helferin Marie Dins. Sie und Sophie Baumeister übernahmen hinter der Bühne die Verkehrslenkung: „Da haben sich tatsächlich auch schon welche verlaufen.“

Die meisten Künstler kamen allerdings pünktlich an. Wie Peter Asmuth, der mit Daniel Paterok am Samstagabend die Klaviershow Piano Reloaded gab. „Genial. Das ist eine tolle Möglichkeit“, sagt der angehende Lehrer, „so ein großes Theater hat einfach seine eigene Atmosphäre.“

Neue Wände – zum dritten Mal

Das Festival Neue Wände findet bereits zum dritten Mal statt. Ursprünglich initiert von Klaus Baumeister, Redakteur dieser Zeitung, koordiniert ein Team das Event mit über 600 Teilnehmern. Dazu gehören: Dr. Ortwin Lämke (Leiter der Studiobühne),

Dr. Walter Lindenbaum (Institut fur Musikpädagogik), Beate Reker (Gesamtleitung), Hans Salomon (Technischer Leiter), Matthias Hirzel (Tontechnik)

Andrea Waterkamp (Organisation, Öffentlichkeitsarbeit), Denise Rietig (Organisation, Texte).

Und selten gibt es Kultur im Theater in solch einer Breite. Am Sonntagnachmittag kombinierte die Schule für Modemacher Modenschau, Lesung und Theater. Der Debattierclub der Uni und die „improschule“ verbändelten Wissenschaft und Improtheater.

Zahlreiche Konzerte am Samstagabend wechselten an zwei Spielorten – zwischen Indie und Jazz, Klassik und Soul. Genre-Grenzen gab es keine. Wie sagte doch Uni-Rektor Wessels: „Das ist hier hoch professionell. Aber die Studenten machen das, weil es Spaß macht.“

Auch der Lehrkörper war aktiv. Prof. Dr. Uwe Kanning (blauer Anzug, Fliege) stellte sich dem Powerpoint-Karaoke. Er musste reden, aber das Thema bestimmte das Publikum. Schimmerlos – aber gut gemacht.

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Warm-up im Großen Haus des Theaters Münster: Mit einem Science Slam bei ausgelassener Stimmung startete am Freitagabend das studentische Kulturfestivalfestival „Neue Wände“.

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