Therapiehund Joker ist da Beste Freunde

Münster -

Familie Haupt freut sich, Emily ist glücklich: Therapiehund Joker ist eingezogen und tut der ganzen Familie richtig gut.

Von Martina Döbbe
Beste Freunde: Seitdem Joker an ihrer Seite ist, geht es Emily viel besser. Die Fünfjährige, die an Epilesie leidet, ist glücklich mit ihrem Therapiehund.
Beste Freunde: Seitdem Joker an ihrer Seite ist, geht es Emily viel besser. Die Fünfjährige, die an Epilepsie leidet, ist glücklich mit ihrem Therapiehund. Foto: privat

Joker ist da! Eingezogen mit Sack und Pack, mit Körbchen, Fressnapf und guter Laune. Was für ein Mitbewohner: Lieb, aufmerksam, kuschelig, dazu folgsam und brav. Er hört aufs Wort. „Meistens“, lacht Nina Haupt . Joker ist ein stattlicher Hund, ein Golden Retriever und wirklich ein Prachtexemplar seiner Rasse. Aber für Familie Haupt ist er viel mehr. „Ein Engel auf vier Pfoten“, sagt sein neues Frauchen – und es ist ihr sehr ernst. Denn Joker hat geschafft, was Nina und Christian Haupt sich schon so lange sehnlich wünschen: „Unserer Emily geht es viel besser.“ Die Fünfjährige leidet an Epilepsie – und Joker, ein ausgebildeter Therapiehund , weicht nicht mehr von ihrer Seite.

Die Veränderungen, die passieren, sind für die Eltern „wie ein Wunder“. Emily, die nie nachts zur Ruhe kommt, hat schon mehrere Nächte durchgeschlafen. Insgesamt sei die Fünfjährige deutlich entspannter – und das ist wörtlich gemeint: Ihre Körperstarre, die Steifheit, die täglichen Krampfanfälle – alles reduziere sich: „Emily ist glücklich, das spüren wir.“ Die Kleine wird wahrscheinlich nie sagen können, wie es ihr geht – aber ihre Eltern können es längst an ihrem Verhalten, an ihren Bewegungen, an ihren Lauten ablesen. „Seitdem Joker da ist, geht es ihr so gut.“ Und das sind jetzt gerade erst zwei Wochen.

Es war Zufall, dass die Familie, zu der auch Schwesterchen Leonie gehört, auf der „Rehacare“-Messe das Reha-Hunde-Team aus Rostock kennengelernt hat. Schon da war Joker dabei – und zwischen dem kleinen Mädchen und dem großen Hund „funkte“ es sofort. „Joker hat sich ganz nah zu ihr gelegt, als sie einen Krampfanfall bekam, seine Wärme, seine Nähe haben sie so beruhigt, dass der Krampf, der sonst schon mal über eine Stunde geht, nach fünf Minuten abflachte. Emily ist an Jokers Seite eingeschlafen.“

Das darf sie nun immer – wenn sie es möchte, wenn Joker es möchte. Dann schlummert er neben ihr in dem großen bunten Baldachinbett, das so eingerichtet ist, dass Emily sicher liegt und beide Platz haben. „Die Tür zu ihrem Zimmer steht nachts offen, sie weiß, dass Joker da ist und auf sie aufpasst“, merkt Nina Haupt schon nach dieser kurzen Zeit, welchen Einfluss der Hund auf ihr Mädchen hat. Mit einer Flasche, die sie schüttelt und aus der sein Futter fällt, kann sie ihn füttern: „Dann ist sie so stolz.“

Bei allem Einsatz für Emily ist Joker natürlich auch ein „ganz normaler Hund“: „Spaziergänge und Spieleinheiten mit anderen Vierbeinern, einfach Hund sein, ist wichtig“, berichtet Nina Haupt. Die Trainerin, die Joker ausgebildet hat, war eine Woche in Münster, um die Eltern bei der Eingewöhnung im Alltag mit Therapiehund zu begleiten. Und im Dezember müssen sie bei einer Prüfung beweisen, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben . . . Sie tun es mit Freude.

Gut getan hat der Familie auch die riesige Anteilnahme – und Spendenbereitschaft, nachdem unsere Zeitung vor einigen Wochen über die münsterische Familie berichtet hat. 25 000 Euro kostet der ausgebildete Hund. „Knapp 14 000 Euro haben wir schon“, sind die Eltern „total dankbar und gerührt“.

Wer helfen möchte, wer zu Familie Haupt Kontakt aufnehmen möchte, der erreicht sie unter Telefon 28 76 97 61 oder per Mail unter: cs.haupt@gmail.com

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