Bürgerinformationen von Straßen-NRW Umgehungsstraße: Keine Angst vorm Labyrinth

Münster -

„Spaghettiknoten“ wird die künftige Verbindung von Umgehungsstraße und Warendorfer Straße schon genannt – aber das ist untertrieben, denn Spaghettis kann man leicht entwirren . . . Straßen-NRW setzt deshalb auf regelmäßige Bürgerinformationen.

Von Lukas Speckmann
Die Arbeiten an der Umgehungsstraße haben begonnen. Michael Wippermann, Sandra Beermann, Michael Putzka und Helmut Lewe (kleines Bild, v.l.) von Straßen-NRW erläutern die Baupläne.
Die Arbeiten an der Umgehungsstraße haben begonnen. Michael Wippermann, Sandra Beermann, Michael Putzka und Helmut Lewe (kleines Bild, v.l.) von Straßen-NRW erläutern die Baupläne. Foto: Matthias Ahlke

Man wird die Gegend nicht wiedererkennen. Wenn die Umgehungsstraße ausgebaut und an den Schifffahrter Damm angeschlossen ist – im Idealfall also 2021 –, hat sich die Verkehrsführung rund um die Warendorfer Straße völlig verändert. Und zwar so, dass selbst Projektleiter Michael Putzka mit Blick auf die Karte des Straßenlabyrinths lächelnd einräumt: „Das ist auch für mich anspruchsvoll . . .“

Die Arbeiten an der Umgehungsstraße haben begonnen. Michael Wippermann, Sandra Beermann, Michael Putzka und Helmut Lewe (v.l.) von Straßen-NRW erläutern Baupläne. Foto: Matthias Ahlke Foto: Matthias Ahlke

Beispiel: Die bisherige Warendorfer Straße wird zwischen Umgehungsstraße und Mondstraße zur Einbahnstraße. Wer aus Telgte kommt und zur Mondstraße will, muss künftig erst auf den Bogen der Umgehungsstraße fahren, trifft etwa in Höhe des Pulverschuppens auf den alten Straßenverlauf und muss dann ein paar Hundert Meter zurück . . .

Oder: Wer von der Autobahn direkt zum Schifffahrter Damm will, kann nicht etwa einfach geradeaus fahren, sondern muss erst einmal rechts runter bis kurz vor die Dyckburgstraße, bevor es dann nach links in Richtung Mariendorf geht . . .

Wohlgemerkt: Für all das gibt es gute Gründe. Man sollte sich nur rechtzeitig damit vertraut machen. Im Baubüro von Straßen-NRW an der Dyckburgstraße besteht auch künftig die Gelegenheit dazu. Am Freitag fand dort die erste öffentliche Bürgersprechstunde statt – während draußen die Bauvorbereitungsarbeiten auf Hochtouren liefen.

Zwei Stunden dauerte die Auftaktveranstaltung, und das Büro war in dieser Zeit stets gut gefüllt. Viele Anlieger studierten die Baupläne, ließen sich die verblüffend anschauliche Computer-Animation vorführen oder stellten den Experten zahlreiche Detail-Fragen.

Manches kam gut an: Dass die Umgehungsstraße künftig über die Dyckburgstraße hinweggeführt wird zum Beispiel – eine lästige Ampel weniger. Und auch die neuen Fahrradwegeführung ist durchaus ambitioniert. Anderes stieß auf Kritik: So fürchtet ein Nachbar, die vielen neuen Lärmschutzwände könnten auf Sprayer geradezu magisch wirken: „Das dauert doch keine vier Wochen . . .“ Und ein Unternehmer fürchtet, mit seinen Landmaschinen die neuen Straßen nicht nutzen zu können – und bei der dann erforderlichen Durchfahrt durch die Stadt zum Opfer einer künftigen City-Maut zu werden.

Die Bürgerinformationen zur Umgehungsstraße sollen künftig monatlich angeboten werden. Es wird daran gedacht, die Technik aufzurüsten und das Büro als Info-Raum grundsätzlich zu öffnen. Die nächste Sprechstunde soll Ende Januar im Baubüro, Dyckburgstraße 36 C, stattfinden.

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