Bezahlbarer Wohnraum „Situation ist dramatisch“

Münster -

Das Thema Wohnraum stand im Mittelpunkt einer aktuellen Stunde im Rat. Redner verschiedener Fraktionen forderten, neue Wohnungen schneller auf den Weg zu bringen.

Von Martin Kalitschke
Dringend gesucht:  bezahlbarer Wohnraum.
Dringend gesucht:  bezahlbarer Wohnraum. Foto: dpa

Die Wohnungssituation sei „dramatisch“, immer mehr Menschen gelinge es nicht, in Münster bezahlbaren Wohnraum zu finden, so Rüdiger Sagel am Mittwochabend im Rat. Die Fraktion des Linken-Ratsherrn hatte daher eine aktuelle Stunde zu diesem Thema beantragt.

Ein Kurswechsel müsse her, so Sagel. Er forderte, auch in Münster das Instrument der Erbpacht anzuwenden und die städtische Tochtergesellschaft Wohn- und Stadtbau finanziell, strukturell und organisatorisch besser aufzustellen.

Wohn- und Stadtbau besser organisieren

Die gleiche Forderung stellte SPD-Ratsherr Thomas Fastermann. Die Wohn- und Stadtbau müsse „angemessen“ mit Eigenkapital ausgestattet werden, damit das Ziel von 300 öffentlich geförderten Wohnungen pro Jahr auch erreicht werde. Die von der SPD schon länger geforderte Milieuschutzsatzung würde Luxussanierungen und Verdrängung der bisherigen Bewohner verhindern, so Fastermann, der sich enttäuscht zeigte, dass diese noch immer nicht auf den Weg gebracht worden sei.

Otto Reiners (Grüne) räumte ein, dass in der Vergangenheit zu wenig getan worden sei. Zugleich sei Münster in den vergangenen Jahren massiv gewachsen. Dass der Kämmerer im Haushalt vorschlägt, die Mittel für die Wohn- und Stadtbau von 15 auf sieben Millionen Euro zu halbieren, bezeichnete er als „nicht richtig“. Wie Reiners nannte auch Frank Baumann (CDU) die Möglichkeit, in Zukunft ein komplett neues Quartier zu entwickeln.

Grundstücke müssen zur Verfügung stehen

Kämmerer Alfons Reinkemeier wies darauf hin, dass Grundstücksankäufe durch die Stadt noch nie am Geld gescheitert seien – es müsse diese Grundstücke aber auch geben. Beigeordneter Matthias Peck sah die Stadt „auf dem richtigen Weg“, im ersten Halbjahr habe es 959 Baugenehmigungen gegeben. SPD-Ratsherr Michael Jung konstatierte schließlich, dass es beim Thema Wohnraum offenbar kein Erkenntnisproblem, wohl aber ein Umsetzungs- und Tempoproblem gebe.

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