Ein Therapiehund für Emily Große Sehnsucht nach Joker

Münster -

Nina und Christian Haupt hoffen, dass Therapiehund Joker bald nach Münster kommen und ihrer epilepsiekranken Tochter eine große Hilfe sein wird.

Von Martina Döbbe
Emily und ihr Lieblingskissen: Es zeigt Joker, der als Therapiehund bei Familie Haupt einziehen soll. Auf dem kleinen Foto sieht man Emily und Joker bei ihrem ersten Treffen.
Emily und ihr Lieblingskissen: Es zeigt Joker, der als Therapiehund bei Familie Haupt einziehen soll. Auf dem kleinen Foto sieht man Emily und Joker bei ihrem ersten Treffen. Foto: privat

Emily kann von diesem roten Kissen einfach nicht genug bekommen. Immer wieder kuschelt sie sich ein, drückt ihren Kopf fest an – und strahlt. Denn das ist nicht irgendein Kissen – es ist die Verbindung zu ihrem Hundefreund Joker. Freundlich blickt der Golden Retriever auf dem Stoffbild in die Welt. Das kleine Mädchen und der große Hund haben sich schon vor einigen Monaten „beschnuppert“: Und das war wohl Liebe auf den ersten Blick. Denn bald schon soll Joker bei Emily, ihren Eltern und Schwesterchen Leonie einziehen: als Therapiehund.

Mit drei Monaten ist Emily an Epilepsie erkrankt, kein Tag vergeht ohne Krampfanfall. In Jokers Nähe aber geht es ihr sofort besser. „Sie legt den Kopf auf seinen Körper, sie kuschelt sich an, und er bleibt einfach bei ihr liegen“, staunen Nina und Christian Haupt, als die Familie auf der „Rehacare“-Messe in Düsseldorf eher zufällig mit dem Reha-Hunde-Team ins Gespräch kommt.

Schnell steht fest: „Das möchten wir Emily ermöglichen“, sind die Eltern überzeugt, dass die ständige Nähe dieses ausgebildeten Hundes ihrer Tochter helfen wird. Schon lange haben sie sich mit dem Gedanken an einen Therapiehund beschäftigt. Ein weiterer Besuch im Dezember in Tessin in der Nähe von Rostock beim Reha-Hunde-Team vor Ort bestärkt sie darin: Joker und Emily gehören zusammen. „Leider bekam Emily dort direkt einen Serienkrampf, das kann manchmal über eine Stunde dauern“, berichtet ihre Mutter. „Joker aber legte sich ganz nah zu ihr, beruhigte sie mit seiner Atmung und Ausstrahlung, sodass sie nach fünf Minuten aus dem Krampf herauskam und an ihn gekuschelt einschlief.“

Da ist für Nina und Christian Haupt klar: „Wir müssen einen Weg finden, diesen Hund zu uns zu holen.“ Das ist mit viel Geld verbunden: „25 000 Euro“, so erzählen sie, werde der ausgebildete Therapiehund kosten. Sie sparen, bekommen finanzielle Unterstützung von Familie, Freunden und Bekannten. Und hoffen, dass auch die Leser unserer Zeitung ein Zeichen setzen: „Wir wären sehr glücklich über Spenden, um Joker schnell nach Münster holen zu können.“

Die Trainerin, bei der er zurzeit ausgebildet wird, ist anfangs ein paar Tage dabei, um Joker und seine neue Familie in der ersten Phase des Zusammenlebens zu begleiten. „Denn wichtig ist natürlich auch, dass der Hund sich hier wohlfühlt.“

Nina und Christian Haupt freuen sich auf das neue Familienmitglied auf vier Pfoten: „Joker wird uns allen guttun“, sind sie sicher. Joker soll Emily helfen, eigenständiger und selbstbewusster zu werden, er darf – wenn er möchte – bei Emily schlafen und ihr Gesellschaft leisten. Die Kleine, die am 15. März fünf Jahre alt wird, liegt nachts oft viele Stunden wach. „Wahrscheinlich schafft er es, sie zu beruhigen, damit sie zurück in den Schlaf findet“, kann sich Nina Haupt gut vorstellen.

Die Mutter weiß, dass ihre Tochter wahrscheinlich niemals sprechen wird. Emily kann nicht laufen, sie kann nicht stehen, sie krabbelt ein oder zwei Meter. Aber sie versteht sehr viel. Und wenn sie hört, dass Joker bald kommen wird, dann strahlt sie ohne Ende.

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Wer Emily helfen, mehr wissen und spenden möchte, der kann Kontakt unter Telefon 02 51/28 76 97 61 aufnehmen,per E-Mail unter cs.haupt@gmail.com.

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