Kommentar
Angriffe auf Einsatzkräfte hinterlassen Ratlosigkeit

Randalierer greifen Rettungskräfte im Einsatz an. Klar ist: Natürlich muss mit aller Härte dagegen vorgegangen werden. Die Täter müssen verfolgt werden, die Strafen empfindlich sein. Doch was bringt Menschen dazu, derart ihren Verstand zu verlieren? ­

Dienstag, 02.01.2018, 17:01 Uhr

Auch bei ihren Einsätzen in der Silvesternacht wurden Polizei und Rettungskräfte teils heftig angegriffen. Foto: dpa

Alkohol und ausufernde Gruppendynamik? Beides hat es immer gegeben – die Angriffe auf Polizisten und Rettungskräfte aber nehmen jetzt zu.

Eine mögliche Erklärung: Die sozialen Medien im Internet tragen zur neuen Hemmungslosigkeit bei. Geschützt durch die vermeintliche Anonymität wird bei Facebook & Co. zunehmend gepöbelt, gemobbt und beleidigt. Kaum eine Diskussion geht friedlich und argumentativ zu Ende, fast immer gipfelt die Debatte in wüsten Beschimpfungen. Mit Fakten hält sich dann niemand mehr auf. Hauptsache: draufhauen.

Kritik nach Silvester-Angriffen auf Polizei und Feuerwehr

Retter werden mit Schusswaffen bedroht, Polizisten mit Böllern und Flaschen beworfen: Randalierer nahmen zum Jahreswechsel viele Einsatzkräfte ins Visier. Politiker drohen mit harten Strafen.

...

Vielleicht bringen die Angreifer nun auf die Straße, was es bislang in dieser Ausprägung eher in dieser virtuellen Welt gab. Respektlosigkeit, Hirn­losigkeit und Brutalität kommen zurück in die reale Welt – zu der so mancher, der mit Facebook aufgewachsen ist, gar kein gesundes Verhältnis mehr hat. Über­blicken diese Chaoten vielleicht gar nicht mehr, dass der Böllerwurf auf Menschen echten, realen Schaden anrichtet?

Vielleicht führen diese Gedanken in die falsche Richtung. Dann sind sie das: ein Ausdruck von Ratlosigkeit.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5396107?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F
Schnelle Reaktion ist überlebenswichtig
Westfalens erster Pedelec-Simulator ist in Münster im Einsatz (v.l.): Christoph Becker (Verkehrswacht), Frank Dusny (Brillux), Polizeipräsident Hajo Kuhlisch und Oberbürgermeister Markus Lewe.
Nachrichten-Ticker