Kommentar Agrar-Politik in Berlin: Große Gegensätze

Bisher ein wenig beachteter Punkt in den „Jamaika“- Sondierungen, könnte die ­Agrarpolitik zu einem großen Spaltpilz mutieren. Denn gerade Union und Grüne – die Liberalen haben in diesem Bereich traditionell wenig Interessen und Besitzstände zu wahren – vertreten in diesem Bereich grundverschiedene Meinungen und Standpunkte, die nur schwer miteinander in Einklang zu bringen sind.

Von Frank Polke
Kommentar: Agrar-Politik in Berlin: Große Gegensätze
Bei der Landwirtschaft ist vor allem offen, wie mit der Finanzierung und den Subventionen umgegangen werden soll. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Grünen sind mit der – nach ihrer Ansicht – bedrohten Umwelt und Natur programmatisch groß geworden. Sie sehen durch die moderne und teilweise sehr intensiv betriebene Landwirtschaft die Artenvielfalt und die natürlichen Ressourcen in unserem Lebensraum bedroht.

Diese Meinung deckt sich mit einer gesellschaftlichen Grundstimmung, die Bio um jeden Preis gut findet, das preiswerte Fleisch beim Discounter dann aber doch (wenn auch mit schlechtem Gewissen) kauft. Auf der anderen Seite steht die schwindende Zahl der konventionell arbeitenden Landwirte, die sich in einem extrem harten Preiskampf befinden.

Der stark konzen­trierte Lebensmitteleinzelhandel und die nach anderen Vorgaben produzierenden Kollegen aus dem Ausland setzen der Branche ungemein zu. Parallel dazu ist der politische und gesellschaftliche Einfluss der Landwirtschaft gerade auf Bundesebene in den letzten Jahren zurückgegangen.

Doch wenn die Union ihre Stammwählerschaft wieder stärker ins Blickfeld rücken will, dann sollte der Bereich Agrar von ihr nicht allzu sehr auf dem Altar der Kompromisse geopfert werden.

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