Kommentar Die Rückkehr zum G9-Abitur: Wohin die Reise geht

Vorwärts, es geht zurück. Mit der Leitentscheidung für das G9-Abitur haben CDU und FDP den Nerv vieler Eltern und Lehrer getroffen. Sie hatten allerdings auch den Wählerauftrag. 

Kommentar: Die Rückkehr zum G9-Abitur: Wohin die Reise geht
Die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer spricht über die Abkehr vom Turbo-Abi nach acht Jahren Gymnasium (G8). Foto: Marcel Kusch/dpa

Ob sie mit der NRW-Variante bei der Rückkehr zu neun Jahren Gymnasialzeit tatsächlich die jetzt herrschende Unruhe befrieden – Skepsis ist ­angebracht.

Denn dass Schulträger jederzeit den Weg zurück planen können, könnte mancherorts die eben ­beendete Systemdebatte wieder beflügeln. Vielleicht ist diese Option dem Misstrauen in den starken, aber auch wechselhaften Elternwillen geschuldet. Diese Regelung könnte jedenfalls der größere Unruhefaktor werden als die einmalig eingeräumte Option für den Verbleib im G8-System. Die durchaus auch guten Erfahrungen damit sprechen jedenfalls dafür, beides zu ermöglichen. Für viele Eltern, die ihr Kind 2018 an einem Gymnasium anmelden, ist das die bittere Pille: Sie wissen nicht immer sicher, wohin die Reise geht.

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