Kommentar Staat-Hilfe: Lufthansa kauft große Teile von Air Berlin

Stück für Stück ­kommen die unschönen Details der Air-Berlin-Abwicklung ans Tageslicht. Nachdem bereits klar war, dass aus­gerechnet 100 000 Käufer von teuren Langstreckentickets leer ausgehen, zeigt sich nun, dass wei­tere 100.000 Tickets auf der Kurzstrecke verfallen werden. Zudem werden Teile der Belegschaft ­fallengelassen.

Von Andreas Fier
Kommentar: Staat-Hilfe: Lufthansa kauft große Teile von Air Berlin
Bei Air Berlin ist die Luft raus. Die Lufthansa übernimmt große Teile des Unternehmens. Foto: dpa

Die Dimensionen sind mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags am Donnerstag klar geworden: Lufthansa übernimmt rund die Hälfte des Air-Berlin-Geschäfts, allerdings maximal 3000 der 8400 Mitarbeiter. Aus Sicht der Kranichlinie dürfte diese Differenz den Charme des Geschäfts ausmachen. Lufthansa ­sichert sich die begehrten Slots für Starts und Landungen, zugleich fällt ein großer Mitbewerber weg.

Der Ball liegt jetzt im Feld der Kartellämter. Sollten die Wettbewerbshüter feststellen, dass auf einzelnen Strecken eine marktbeherrschende Stellung entsteht, müsste die Lufthansa hier Platz für die Konkurrenz machen. Andernfalls entstünde mit Blick auf die knappen Start- und Landerechte ein Monopol, das mit dem 150 Millionen Euro teuren Übergangskredit der Bundesregierung zementiert worden ist.

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Kunden, die nun ein wertloses Ticket in der Schublade haben, ist mit der Kartellprüfung indes nicht geholfen. Dass am Ende 200.000 Passagiere in die Röhre schauen, obwohl der Staat beteuerte, man wolle mit dem Kredit nicht der Lufthansa, sondern sitzengebliebenen Urlaubern helfen, bleibt eine der vielen Ungereimtheiten der Air-Berlin-Pleite.

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