Kommentar Bafög: Transparenz fehlt

Vor einem Jahr trat die Bafög-Reform in Kraft. Höhere Zuwendungen für einen größeren Kreis von Schülern und Studenten waren das erklärte Ziel. Doch nun die Ernüchterung: Genau das Gegenteil ist der Fall. 

Von Dorle Neumann
Kommentar : Bafög: Transparenz fehlt
Dickes Minus beim Bafög - und die Ministerin bittet um Geduld. Foto: dpa

Und auch wenn Bildungsministerin Johanna Wanka dies auf das Alter der Statistik zurückführt, die auf Zahlen von 2016 beruht. Diese hätten dank der letzten vier Monate zumindest eine leichte Verbesserung gegenüber 2015 ergeben müssen.

Trotz höherer Freibeträge und der Rückzahlungsobergrenze beim Staatsdarlehen von 10.000 Euro halten sich die Studenten also zurück. Sie gehen lieber arbeiten und vermeiden es, Schulden zu machen. Eigentlich eine gute Nachricht, denn diese Haltung verrät, dass der akademische Nachwuchs ungern in die roten Zahlen geraten will.

Doch hinter der Statistik verbirgt sich offenbar auch die Scheu der Studenten davor, sich ausgiebig mit der Materie zu befassen – die unvermeidliche Bürokratie bei der Antragstellung schreckt viele ab. Und dann fehlen eben auch die entsprechenden Informationen über den Rückzahlungsmodus, sprich wie viel maximal und ab wann. Dabei wäre es für den einen oder die andere vielleicht sinnvoll, lieber den Staat um den Zuschuss zu bitten, als durch Aushilfsjobs weniger Zeit für das Studium zu haben und so – unnötig – Semester anzuhäufen.

Also sollten die Infos endlich transparenter gemacht werden, damit im Einzelfall wirklich kompetent entschieden werden kann: Bafög oder Job?

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