Kommentar zum Borghorster Stiftskreuz Im Sinne der Kunst?

Es ist schon paradox: Weil das Borghorster Stiftskreuz ein Blender ist und optisch bedeutend mehr hermacht als es vom Materialwert bietet, wurde es wohl Opfer des spektakulären Diebstahls.

Von Axel Roll
Das Borghorster Stiftskreuz wurde am Freitag wieder gezeigt.
Das Borghorster Stiftskreuz wurde am Freitag wieder gezeigt. Foto: Gunnar A. Pier

Die Täter sind nach den Vermutungen der Ermittler offensichtlich davon ausgegangen, dass es sich bei dem reich verzierten Reliquiar um massives Gold handelt. Und die Tatsache, dass vor fast 1000 Jahren der fingerfertige Goldschmied aus Essener Schule dünnes Blech über schlichtes Holz genagelt hat, die hat das Prunkstück aus der Salierzeit vermutlich vor dem Schmelzofen gerettet.

Den Tätern muss schon bei ihrem dreisten Raubzug bewusst gewesen sein, dass sich so ein berühmtes Stück Kirchengeschichte als Ganzes auch auf dem schwärzesten Schwarzmarkt nicht verkaufen lässt. Gar nicht auszudenken, wenn das Stiftskreuz verschwunden geblieben wäre. Nicht nur für die Borghorster , die es seit Generationen nicht nur stolz macht, sondern wo es als Identitätsstifter in einer sonst arm an vorzeigbaren Relikten aus der langen Ortsteil-Geschichte dient. Für das Bistum war und ist es wieder ein strahlender Botschafter für die Frömmigkeit im Mittelalter.

Ob so ein herausragendes Kunstwerk wieder mutterseelenallein in einer Kirche ausgestellt werden sollte? Die Borghorster werden sich nichts sehnlicher wünschen. Aber ist das im Sinne der Kunst?

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